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> Auszubildende in der Pflege: mehr Berufung als Beruf

Über 400.000 Menschen sind deutschlandweit in der Pflege tätig. Und die demographischen Prognosen zeigen: Benötigt werden künftig weitaus mehr. Celine Schwalm, Chrisowalandis Loukidis und Tanja Blumenberg gehören schon bald zum stetig größer werdenden Heer der Pflegerinnen und Pfleger in Deutschland. Dabei könnten die Hintergründe der drei Auszubildenden unterschiedlicher kaum sein.

Wer die angehenden Pflegefachkräfte zusammen sieht, kommt nicht auf die Idee, dass sie gerade dieselbe erwerbsbiographische Station teilen: Celine Schwalm ist 17 Jahre jung und hat erst vor kurzem die Schule hinter sich gebracht, Chrisowalandis Loukidis (31) blickt bereits auf eine absolvierte Einzelhandelsausbildung und gut zehn Jahre Berufserfahrung zurück, während Tanja Blumenberg ihre Ausbildung in einem Alter anfängt, in dem andere schon ans Aufhören denken: mit 48!
Das auf den ersten Blick ungleiche Bild ist in der Altenpflege gar nicht so selten – hier gibt es vergleichsweise häufig Spät- oder Später-Berufene. Denn Altenpflege beginnt kaum jemand aus Verlegenheit, sondern, weil es ein Herzenswunsch ist. Chrisowalandis Loukidis etwa hat den Sinn vermisst, wenn er Tag für Tag in der Tankstelle stand, kassierte und Schokoriegel über den Tresen reichte. „Keine menschlichen Beziehungen, keine Tiefe und keine Dankbarkeit: Das wollte ich irgendwann einfach nicht mehr“, erzählt der 31-Jährige. Über Bekannte wurde er auf die Altenpflege aufmerksam, wagte erste persönliche Einblicke und fand die berufliche Liebe seines Lebens. „Hier vergeht kein Tag ohne Freude oder ohne ein Lachen“, berichtet Loukidis. „Ich genieße den Sinn der Arbeit und den engen Kontakt zu den Menschen. Darauf freue ich mich jeden Morgen.“
Loukidis‘ Azubi-Kollegin Tanja Blumenberg teilt das Gefühl, endlich das Richtige zu tun – nur, dass sie auf die Erfüllung ihres Traumes schon seit über 30 Jahren wartet. Denn eigentlich wollte Tanja Blumenberg schon als junge Schulabgängerin in die Pflege und damit denselben Beruf wie ihre Mutter ergreifen. „Leider war ich damals viel zu schwach in der Schule und bin stattdessen Restaurantfachfrau geworden“, erinnert sich die heute 48-Jährige. Der Beruf steuerte genug zum Familieneinkommen bei, blieb aber immer zweite Wahl. Jetzt – da ihre beiden Söhne mit 14 und 18 aus dem Gröbsten raus sind – hat sich Tanja Blumenberg für den mutigen beruflichen Neuanfang entschieden. Dabei hat die Hagenerin kein Problem, die Schulbank mit anderen Auszubildenden zu drücken, die mehr als 30 Jahre jünger sind. „Wir sitzen alle in einem Boot, egal wie jung oder alt“, sagt Blumenberg. „Und das verbindet“.

Mit in diesem Boot rudert auch Celine Schwalm. Obwohl sie erst 17 Jahre jung ist, hat Celine bereits ein Ausbildungsjahr mehr als ihre enge Kollegin Tanja Blumenberg absolviert. Auch sie schätzt den besonderen Zusammenhalt in ihrem bunt gemischten Team und die Nähe zum Menschen. „Ich bin schon als Kind viel mit meiner Oma ins Altenheim gegangen und früh mit der Pflege in Berührung gekommen. Nach einem Ferienpraktikum wusste ich dann: Das ist es!“ Während einige ihrer gleichaltrigen Freunde anfangs misstrauisch reagierten, gewinnt der Beruf in ihrer Clique mittlerweile an Ansehen. Denn nun erfahren die Teenager um Celine, wie erfüllend, vielfältig und professionell die Arbeit ist. „Die kommen jetzt immer zu mir und fragen, wie es wirklich ist. In meinem Freundeskreis bin ich inzwischen so eine Art Botschafterin für die Pflege.“